Tagungsort

Zu Gast in Oberbayern Schloss Elmau – der Gipfelort im Wettersteingebirge

Schloss Elmau im oberbayerischen Wettersteingebirge ist mit seiner landschaftlich reizvollen Kulisse ein geeigneter Tagungsort für die Staats- und Regierungschefs der G7. Zudem erfüllt Elmau alle logistischen und sicherheitstechnischen Anforderungen an einen G7-Gipfelort.

Foto zeigt Schloss Elmau

Schloss Elmau in Bayern – es wird 2022 zum zweiten Mal Ort eines G7-Gipfels.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Der G7-Gipfel 2022 wird vom 26. bis 28. Juni 2022 in Schloss Elmau in den bayerischen Alpen stattfinden. Schloss Elmau befindet sich nahe der Ortschaft Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, etwa 100 Kilometer südlich von München. Es liegt in einem Tal im Herzen des Wettersteingebirges auf rund 1.000 Metern Höhe.

Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Rund 88.500 Menschen leben im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Der Fremdenverkehr spielt eine bedeutende Rolle, denn die Region ist ein beliebtes Reiseziel: Rund 1,7 Millionen Touristen verbringen hier jedes Jahr ihren Urlaub – im Sommer wie im Winter.

Schloss Elmau – Forum für internationale Debatten

Schloss Elmau wurde zwischen 1914 und 1916 von Johannes Müller als „Freiraum des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens“ erbaut. Der Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz. Kulturgeschichtlich ist Schloss Elmau ein bedeutsamer Ort: Seit den 1950er-Jahren ist es ein renommierter internationaler Veranstaltungsort für Kammermusik.

Unter Leitung des heutigen Eigentümers entwickelte sich Schloss Elmau zudem in den späten 1990er-Jahren zu einem anerkannten Forum für internationale Debatten und interreligiösem Dialog. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Veranstaltungen, die zur deutsch-israelischen und deutsch-amerikanischen Verständigung beitragen. Mit dieser weltoffenen Ausrichtung stellt sich die Eigentümerfamilie bewusst und offen der langen, teilweise ambivalenten Geschichte von Schloss Elmau.

Geschichte des Schlosses

Schloss Elmau blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Sein Erbauer, der Theologe und Philosoph Johannes Müller, ließ das Gebäude als Versammlungs- und Begegnungsstätte für seine Leser und Seminarteilnehmer errichten. Aber auch zahlreiche prominente Politiker und Kulturschaffende der Weimarer Republik waren Gäste auf dem Schloss.

Obwohl Müller zeitweise die Ideologie des Nationalsozialismus verherrlichte, galt er bei den Nazis als unzuverlässig. Um der drohenden Beschlagnahmung durch die SS zuvorzukommen, verpachtete er Schloss Elmau 1942 an die Wehrmacht als „Erholungsheim für Fronturlauber“. 

Elmau wurde 1945 von der US-Armee beschlagnahmt und kurze Zeit als Lazarett genutzt. Unter Verwaltung der bayerischen Regierung diente es anschließend als Erholungsheim für Tuberkulosepatienten. 1951 pachteten die Kinder Müllers das Haus und richteten ein Hotel ein. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und politische Debatten mit prominenten Teilnehmern fanden seit Ende der 1950er-Jahre wieder dort statt.

Das Haus wurde 2005 durch einen Brand zum großen Teil zerstört. Der Enkel des Erbauers, Dietmar Müller-Elmau, baute es als „Luxury Spa & Cultural Hideaway Hotel“ wieder auf.