Geschichte

Geschichte der G7 Von Rambouillet bis Elmau

Zum ersten Weltwirtschaftsgipfel luden der französische Präsident Giscard d'Estaing und Bundeskanzler Schmidt 1975 ein. Damit schlossen sich die führenden Industrienationen und Demokratien zu einem informellen Forum zusammen, in dem sie sich bis heute eng austauschen. 

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Den ersten „Weltwirtschaftsgipfel“, aus dem dann später die G7 entstand, haben 1975 der frühere französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing und der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt ins Leben gerufen. Die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA – die Gruppe der Sechs – trafen sich zu einem Kamingespräch auf Schloss Rambouillet in Frankreich.

Angesichts der ökonomischen Probleme in den 1970er-Jahren – erste Ölkrise und Zusammenbruch des Systems der festen Wechselkurse (Bretton Woods) – diente das Treffen einem Gedankenaustausch über Lösungsansätze. Die Teilnehmer stimmten sich über die internationale Wirtschaftspolitik ab und vereinbarten erste Maßnahmen, um dem weltweiten Abschwung zu begegnen.

Erweiterung auf Außen- und sicherheitspolitische Themen

1976 wurde Kanada in den Kreis der Teilnehmer aufgenommen und die Gruppe der Sieben traf sich erstmals zum Gipfel 1976 in Puerto Rico. Zunächst standen weiterhin währungspolitische Fragen im Vordergrund der Gespräche. Bereits 1977 kam es in London zu ersten Gesprächen zwischen der damaligen Europäischen Gemeinschaft und der G7. Seit dem Ottawa-Gipfel 1981 nimmt die damalige Europäische Gemeinschaft (heutige Europäische Union) regelmäßig an allen Arbeitssitzungen teil.

In den 1980er-Jahren erweiterte sich das Interesse der G7 auf außen- und sicherheitspolitische Themengebiete. Herausforderungen wie der langjährige Iran-Irak-Konflikt sowie die Besetzung Afghanistans durch die Sowjetunion beeinflussten die Themen der Treffen.

Nach der Überwindung der Ost-West-Konfrontation wurde 1991 erstmals der damalige sowjetische Generalsekretär Gorbatschow zu Gesprächen am Rande des Londoner Gipfels eingeladen. Auf dem Gipfel von Birmingham 1998 konstituierte sich schließlich die Gruppe der Acht: Russland wurde Mitglied.

Deutschland hat Präsidentschaft zum siebten Mal inne

Aufgrund der Verletzung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit der Ukraine durch Russland beschlossen die Staats- und Regierungschefs der G7 im Jahr 2014, sich wieder ohne Russland im G7-Kreis zu treffen. Die G7 unterstrich damit, dass sie eine Wertegemeinschaft ist, die den Bruch des Völkerrechts nicht unwidersprochen hinnimmt.

Im Jahr 2022 hat Deutschland zum siebten Mal die Präsidentschaft der G7 inne. Die G7-Staats- und Regierungschefs treffen sich vom 26. bis 28. Juni 2022 in Schloss Elmau. Auf den deutschen Vorsitz folgt in 2023 Japan.